ABC: Annapurna Base Camp

Annapurna Gebirge

Hallo meine Lieben!

Damian und ich haben nun sechs Tage in Pokhara mit Wäsche waschen lassen, Bauchviren bekämpfen (ich :-/), Blog schreiben, Bilder hochladen, Essen gehen und mit shoppen verbracht.
Doug verließ uns nach 3 Tagen, da seine Freundin nach Kathmandu kam und sie gemeinsam das Everest Base Camp machen.
Das „Bötchen fahren“ auf dem Phewa See wird auf nach den Trek verlegt!

Jedenfalls hatten wir alle drei nach 23 Tagen und zwei Bergen eine Erholung gebraucht…
Nichts desto trotz habe ich sooo viele wunderschöne, einmalige Eindrücke sammeln und Selbsterfahrungen machen dürfen, dass ich unbedingt noch einen anderen Teil vom Himalaja sehen will! Aber: keine weiteren 23 Tage! :D So habe ich für mich beschlossen just für ein paar Tage zu gehen (ich möchte ja auch noch anderes in Nepal erleben). Da das Annapurna Gebiet von Pokhara aus zu sehen ist (speziell nach dem Regen, ansonsten ist es leider in Dunst gehüllt) und das Annapurna Base Camp inklusive Poonhill in rund 10 Tagen zu schaffen ist habe ich mich dafür entschieden.
Jedoch wollte ich nicht alleine gehen (und wenn ich mir einen Porter bezahlt hätte :).
Da Damian dies ebenso überlegt hatte und die 23 Tage ziemlich gut geklappt haben, haben wir uns zusammengetan. Ich freute mich riesig über seine Begleitung!
Da es im Annapurna Gebiet auch zulässig ist ohne Guide zu trekken – und wir es auf eigene Faust machen wollten und wir es uns nach dem Tsum Valley & Manaslu zu trauten – lösten wir das Permit und die TIMS Karte (zwei Genehmigungen, die je 20.000 Rupien kosten).
Dieses Mal gings auch ohne Porter – ich hatte nämlich wirklich reeeeduziert eingepackt! :)
Einen Tag vor der Tour kaufte ich mir noch ein Tourenbuch (früh genug – einlesen war gestern – und wir sind erfahren :), ich packte meinen Rucksack, alle meine anderen Sachen kamen in seperaten Taschen und blieben im Hostel. Am Abend gingen wir zur Einstimmig auf die Tour noch Dal Bhat essen.
Schlussendlich waren Damian alias „Schnittchen“ und ich als die „Butterfliege“ neun Tage im Annapurna Gebiet unterwegs! :-) Der höchste Punkt – das Annapurna Base Camp – ist auf 4.130m. Der Weg selbst ist rund 100 km lang und das Höhenprofil fordern!

Hier das Höhenprofil:
AnnapurnaBCprofil

Und nun viel Spass beim Lesen meines Berichtes!

Namastè
Ulli

Annapurna Sanctury / Base Camp

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Butterfliege & Schnittchen on tour

Tag 1: Dienstag, 08.04.2014 – Pokhara (Taxi) -> Phedi (1.100m) -> Landruk (1.565m)
Um 6:20 Uhr läutete der Wecker, um 7 Uhr gab’s Frühstück im Hostel und um 8 Uhr gings los :-). Da wir öffentlich fahren wollten (da erlebt man mehr und der Einstiegspunkt der Tour ist nur 1 Stunde entfernt), fuhren wir mit dem Taxi zum Busbahnhof. Dachten wir! Auf einmal meinte der Taxifahrer allerdings, dass wir bereits in Richtung Phedi (=Startpunkt unserer Tour) sind :-). Dank Damian bekamen wir einen guten Preis und erreichten schon nach 30 Minuten Phedi! Auch okay!

Während der ganzen Fahrt konnten wir bereits das wundervolle wolkenlose Annapurna Gebirge sehen! Zumal es am Vorabend starken Regen und Gewitter gab! Laut einer Trekkerin, die gerade vom Circuit retour kam, meinte dass es gestern starken Hagel gab! Sie zeigte Tennisballgroße Hagelkörner – Was?!?!? :-o). Damian wollte mich beruhigen und meinte: wir werden Sonnenschein haben, so wie immer!!

Und dann gings los!! „Rauf runter rauf“ war heute die Devise! Zum Einstieg ging es gleich mal 1.000 Höhenmeter rauf auf 2.100m, dann wieder runter auf 1.565m über Stein- und Betonstufen und staubige Straßen, dazu heißes Wetter (das Duschen am morgen hätte ich mir sparen können :-). Die Knie zitterten!

Ich wusste jedoch nicht ist Frühling, Sommer oder Herbst? Heiß und schwül wie im Sommer, Laub lag am Boden und manches stand in Blüte!? Verrücktes Wetter auch hier zu Lande!

Viele Bergtrassen mit Feldern schmückten unseren Weg, wieder mal herlaufende schreiende Kinder (Sweets? No. Pen? No. Money? No. … Only love! ♥ :) und Wasserbüffel sowie einige wenige Trekker! Nach insgesamt 6,5 Stunden erreichten wir unser heutiges Etappenziel Landruk. Und ich war so froh darüber – es war ein langer Tag und die Knie und so manche Stellen schmerzten wohl noch von der letzten Tour! ;-)

Dal Bhat zu Mittag und ein nettes Lodge mit heißer Dusche am Abend – was will ich mehr?! Achja, einen Sonnenbrand auf meinen Waden :-/ (die haben schon länger keine Sonne mehr gesehen, dann gleich Höhensonne ohne Sonnencreme – ja ich es weiß „ss“, es tut dennoch weh!).

So wie es jetzt aussieht erreichen wir bereits in drei Tagen das Base Camp… die Stundenangaben vom Folder kann man nicht ernst nehmen oder wir sind einfach so fit? :-)

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Tag 2: Mittwoch, 09.04.2014, Landruk (1.565m) -> Chhomrong (2.140m)
Heute wollten wir früher los – geplant war 7:45 Uhr, da es unter tags sehr heiss wird und nachmittags gerne Wolken samt Regenschauer aufkommen – deswegen gab es bereits um 7 Uhr Frühstück! Ich gönnte mir wohl die größte Schokoladen-Schnecke von Nepal bis zum Himalaya (geschätzt ein Kilo schwer). Der Rest ging jedenfalls in den Rucksack :-). Jedoch schlenderte ich etwas mit dem Einpacken und so starteten wir erst um 8:10 Uhr.

Der Tag war heute äußerst anstrengend! Nach einem kurzen Abstieg auf rund 1.300 Höhenmeter, ging es schlussendlich kurz aber sehr steil hinauf nach Chhomrong! Das bei heißem und schwülen Wetter! Ich schwitzte und meine Wadeln brannten wie Feuer unter meiner langen Wanderhose! :-( … allerdings aufgrund meines Sonnenbrandes!

Wir hielten hier zum Mittagessen und entschieden im Anschluss den Tag um 14 Uhr zu beenden. Der ursprüngliche Plan sah eigentlich für heute Sinuwa oder Bamboo vor. Dh wir unterteilten die Route in neue Tagesetappen und verbringen nun statt einer noch zwei weitere Nächte vor dem Aufstieg zum Base Camp in irgendwelchen Dörfern :-). Ich war sehr froh darüber, da mich der Tag heute wirklich konditionell sehr fordete.

Viele Touristen begegneten uns, im speziellen aus den fernöstlichen Ländern wie Japan und China. Alle haben Porter dabei. Wir nicht! Wir trugen unser Zeugs selber! Das mich zwar körperlich sehr forderte, mich aber auch sehr stolz machte!

Mein Highlight des Tages: Nachdem es Seife zum Hände waschen gab, habe ich mich entschiedem mein Dal Bhat zu Mittag mit den Fingern zu essen (nur die Rechte Hand ist erlaubt zumal die Linke für Klobesuche vorgesehen ist! Wichtig zu wissen!)! Es war für mich ein Erlebnis der besonderen Art, da es zu Hause kaum vorstellbar ist mit den Fingern zu essen! Jedenfalls werde ich zu Hause öfters mal ein Dal Bhat zu kochen – das ist ja sowas von köstlich und liegt nicht schwer im Magen! Es besteht aus Reis (Bhat), Linsensuppe (Dal), Currygemüse (meistens Kartoffeln, Tofu, Karotten und grünes Gemüse) und etwas Chili (wer es scharf mag). Und das Beste daran ist, wenn man ein Dal Bhat bestellt kann man von all den Beilagen nachbestellen so viel wie man will, ohne einen Aufpreis dafür zu bezahlen!

Nepalesische Guides und Porter essen dies drei mal täglich – und die sind alle schlank und rank! Es ist eine ideale leichte und nahrhafte Trekkingmahlzeit (oder etwa eine neue östliche Diätstrategie für den Westen? ;-)

Wie gesagt ab Mittag versteckten sich die Berge in Wolken und färbten sich dunkel (so wie gerade eben und es blitzte und donnerte). Ich bin schon gespannt wie es in 3 Tagen sein wird, wenn wir mitten im ABC auf 4.130m sitzen werden! Eine spezielle Erfahrung für mich zumal ich Blitz und Donner nicht unbedingt zu meinem Lieblingswetter zähle! :-|

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Tag 3: Donnerstag, 10.04.2014, Chhomrong (2.140m) -> Himalaya (2.920m)
Unsere Highlights des heutigen Tages waren: meine restliche Schoko-Schnecke zum Frühstück zu essen, wie geplant um 7:45 Uhr vom Lodge zu starten und unser Etappenziel in Himalaya zu erreichen!

Man hat das Gefühl als gingen die Steinstufen direkt bis zum ABC (=Annapurna Base Camp). Während dem Wandern kamen wir an Terassenfeldern und roten und rosa Rhododendren vorbei, überquerten kleinere Wasserfälle, durchliefen Bambuswälder, schlussendlich wurde es kühler und auf den letzten Minuten hatten wir leichten Regen (man konnte die Tropfen zahlen; jedoch kamen uns manche Trekker – im speziell die aus China – mit Regenponcho und Regenschirm entgegen!

Heute lief es aber richtig gut – wir erreichten früher als im Plan angegeben die Unterkunft in Himalaya! Wir überholten eeeeiiiinige Wanderer! Ob es am dritten Tag des Wanderns lag? Wo man wieder an alles gewohnt ist? Oder an unserer Kondition? Schließlich ist es schon unser 26. Trekkingtag! Unglaublich!

Zum Mittagessen in Dovan gab’s wieder ein Dal Bhat inklusive Nachschlag :-). Wenn man so viele Stunden unterwegs ist, ist es wichtig dem Körper gesunde Energie zu zu führen (neben den schnellen Energielieferanten wie Fruchtriegel und Twix ;-). Damian hält sich tapfer und verweigerte meine Twix-Angebote (er will anscheinend wirklich zum Schnittchen werden :-D).

Hier im Lodge hatten wir Glück! Es gab noch zwei Betten in einem Mehrbettzimmer für sechs Personen! Ich würde zwar ein Doppelzimmer bevorzugen, bin aber schlussendlich sehr froh, dass ich nicht im Regen noch weitere zwei Stunden bis zum nächsten Dorf rauf musste! Damian auch!

Angeblich gibt es ab hier die besten Pizzen (mit richtigen italienischen Teig) – das probierte ich gleich mal zum Abendessen – Ergebnis: nicht schlecht für Nepal ;-). Im Manaslu gab es die Pizzen mit Chiapati Teig (sehr speziell, aber auch gut).

Unser Abendausklang: Eine heiße Dusche, warme Kleidung (*brrr* icebreaker musste wieder her!), eine riesen Thermoskanne für unseren mit gebrachten Tee und entspannen = was für ein Glücksgefühl! ♥

Geschichten schreiben ist toll und macht Spass und man braucht nur ein bisschen Leichtsinn dazu :-)

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Tag 4: Freitag, 11.04.2014, Himalaya (2.920m) -> Annapurna Base Camp (4.130m)
Meine Highlights für heute? Flexibilität & auch der Himalaya scheint ein Dorf zu sein ♥

Für heute war geplant von Himalaya zum Machapuchre Base Camp (=MBC) zu wandern. Das MBC liegt auf 3.700m. Und da viele Touristen unterwegs waren haben wir dort sicherheitshalber am Vorabend ein Doppelzimmer reservieren lassen. Wir gingen jedoch davon aus, dass wir rund 4 Stunden dafür benötigen werden. Nach 3,10 Stunden erreichten wir aber das MBC und entschieden uns kurzerhand um und gingen nach dem Mittagessen zum ABC weiter! Zwei Betten im Neun-Bett-Zimmer warteten auf uns.

Es kam mir sehr gelegen, da ich gerne etwas länger im ABC verbringen will, als nur für den Sonnenaufgang vom MBC um 4 Uhr morgens rauf zu gehen und im Anschluss „gleich“ wieder umzukehren!

Die Wanderung zum ABC dauerte dann auch nur 1,15 statt 2 Stunden (Mann sind wir fit!).

Eine herrliche Stille stellte sich ein, Wolken und Nebel kamen auf, die Porter die vor uns gingen verschwanden im Nebel, Donner waren zu hören, Schneefall kam auf und schlussendlich die ABC Tafel – wir habens geschafft!! Noch dazu ein beheiztes Lodge! :-)

Jetzt haben wir fast einen ganzen Tag hier – ich freute mich riesig darüber, obwohl ich aufgrund des Schneefalls nichts (!) vom Annapurna Gebiet sehen kann. Damian, das erfrorene Schnittchen findet es auch schön hier, zumal das Lodge beheizt ist und er warme Füße hat :-).

Und die größte Überraschung war, dass wir hier im ABC unsere Guide Gambu Sherpa zufällig wieder trafen! Der Himalaya ist so groß (oder doch nicht? :-)! Jedenfalls dürfte der Spruch stimmen: man sieht sich immer zweimal im Leben!

Damit wir ausgeschlafen für den morgigen Sonnenaufgang sind, ging es heute pünktlich zum Hauptabendprogramm um 20:15 Uhr ins Bett :-).

Während dem heutigen Gehen hatte ich mich entschieden: ich werde noch andere Länder besuchen (Palau? Perhentian? Kuala Lumpur? Israel? Sri Lanka? Je nachdem wo es im Mai und Juni schön ist :-) und meine zukünftige regelmäßige Freiwilligenarbeit auf Österreich verlegen! Ich möchte jetzt noch viel mehr von der Welt sehen und erleben!

Ich bin so froh über diese Entscheidung! :-)

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Tag 5: Samstag, 12.04.2014, Annapurna Base Camp (4.130m ) -> Dovan (2.505m)

Das Highlight für heute? Sonnenaufgang über ABC ♥

Nachdem die Nacht im Mehrbettzimmer überstanden war (3 Männer und ich, wobei einer ganz besonders schlecht geschlafen hat – wir nannten ihn den Pupsibär – ich hab sowas noch nie gehört :-$) standen wir um 5:20 Uhr auf und erlebten den Sonnenaufgang um 6 Uhr im ABC. Es war eiskalt und beinahe wolkenlos als die Sonne über die 8.000er kam. Im Anschluss gab’s im Lodge lecker Frühstück und unsere Rückweg stand bevor. Zumal wir am Vortag nur rauf gingen und es der selber Weg zurück ist, ging es heute? Runter – und nur runter! Über 1.500 Höhenmeter! Ohne Höhenkrankheit :-)

Dabei wurden wir zunächst von Sonne, dann mit zunehmender Abnahme an Höhenmeter von Schneefall und schlussendlich leider von Regen und Gewitter begleitet. Die Porter, die uns begegneten sahen wie kleine Gartenzwerge aus, da sie einen großen Plastiksack aufschnitten und diesen über den Kopf und über deren Basket gaben :-).

Unsere heutige Etappe sollte eigentlich weiter gehen, da es aber nicht und nicht aufhörte zu regnen und wir ein Zimmer in Dovan bekamen, entschieden wir den Tag hier nach dem Mittagessen zu beenden. Ich bin jedoch heilfroh so ein tolles Equipment zu haben – es hält dicht und warm!

Danach gab’s eine neue Routenplanung für die nächsten drei Tage.

Nachdem wir ein Drei-Bett-Zimmer bekommen haben und ein Japaner kein Zimmer, ehrlich beim strömenden Regen bekommen hat, haben wir nicht lange überlegt und Take Suzuki in unser Zimmer „eingeladen“ :-). Ein Japaner der Englisch spricht – eine Rarität!

Tja und die Halbzeit unserer zweiten Trekkingtour ist mit heute auch erreicht! Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht… und in zehn Tagen trennen sich die Wege von Schnittchen und Butterfliege wieder! Damian fliegt nach Japan weiter (http://www.damian.rtwblog.de) und ich? Mal schauen wo die Sonne für mich scheint! ♡

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Tag 6: Sonntag, 13.04.2014, Dovan (2.505m) -> Kimrong Khola (1.715m)

Der heutige Tag stand im Zeichen von Take und Bauch Bein Po :-)

Wir starteten um 6:45 Uhr mit dem Frühstück und gingen Richtung Chhomrong rauf und runter, wo wir unser Mittagessen einplanten. Nach zwei Stunden erreichten wir bereits Bamboo, wo wir auch eine Pause einlegten und trafen wieder auf unseren japanischen Zimmer Kollegen Take. Wir erzählten ihm vom leckeren Dal Bhat, wegen dem wir in Chhomrong anhalten werden.

Wir erreichten nach einer weiteren Stunde bereits Sinuwa (2.340m) und dann kam ein harter Aufstieg! Rund 2300 Steinstufen ging es rauf nach Chhomrong. Oben angekommen hatte ich mir das Mittagessen aber redlich verdient! Kürze Zeit später kam auch Take in Chhomrong an und wir aßen gemeinsam Dal Bhat!

Und das erste Mal, dass es beim Curry keinen Nachschlag gab (das hab ich doch am liebsten! :-/).

Nachdem vis a vis vom Guesthouse eine German Bakery war konnte ich nicht widerstehen und holte mir ein Schoko-Croissant :-).

Nachdem wir wohl so nett sind ;-) kam Take mit uns nach Kimrong Khola. Er geht nämlich auch den selben Weg zurück nach Naya Pul!

Das Wetter war heute bis nach Chhomrong gut, danach zog es leider wieder mal zu und es begann zu regnen. Kaum hatte ich bei einer kleinen Raststätte auf einem Hügel (=Holzunterstand mit kleiner Küche) alle meine regenfeste Kleidung angezogen, hörte es auf zu regnen *grml*. Wir gingen dennoch gleich weiter runter zumal Kimrong Khola nur mehr 45-60 Minuten entfernt lag. Jedoch kann man sich vorstellen wie warm es unter richtig guter Regenkleidung wird (weil alles abdichtet) – somit zog ich nach dem ersten Schweißausbruch zumindest meine Regenjacke aus.

Juhu – das kleine Dörfchen in der Nähe vom Fluss tauchte auf – nichts wie runter! Wir gingen in das Gästehaus, das Take beim Raufgehen entdeckte und hier vier Stunden verweilte.

Es ist einfach ausgestattet, kaum Touristen und die Sonne scheinte noch mal kurz während ich diesem Blog schrieb! Ich hoffe morgen ists wieder schön!

Meine Oberschenkel brannten, die Beine sind kräftig und die Ausdauer ist mittlerweile echt spitzenmäßig – nach 29 Trekkingtagen eh klar – der Womenstrail im September kann kommen!

Tag 7: Montag, 14.04.2014, Kimrong Khola (1.715m) -> Ghorepani (2.790m)

Mein heutiges Highlight? Ich habe überlebt ;-)

Wir starteten heute früher als sonst – um 7:30 Uhr – da wir einen langen 6-7 Stunden Tag vor uns hatten. Take blieb im Ort, da es ihm dort so gut gefiel und er wohl noch seine Seele baumeln lassen wollte!

Und dann gings los: erster zu überquerender Hügel, zweiter zu überquerender Hügel und es ging 3 Stunden nur (!) steil bergauf und bergauf und nur bergauf, um nach Tadopani zu gelangen.

Als ich oben völlig erledigt und überglücklich lebend angekommen bin, empfang uns die Dame vom Lodge mit einem fröhlichen „Happy New year“! Es war nämlich Jahreswechsel in Nepal :-)! Sie schreiben nun das Jahr 2071! Ich musste lachen und all die Schmerzen verflogen im Nu! Sie erzählte uns auch, dass niemand mehr diesen Weg alten Trail hochkommt (es gibt einen leichteren, den Bergen entlang). Ich musste wieder lachen!

Wir Champions wählten natürlich den härtesten Weg! Na super! Jetzt mitten drin können wir nur mehr diesen Weg weiter gehen… weiter rauf…

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir Bathanti um 11:30 Uhr – pünktlich zum Mittagessen!

Im Anschluss gings für weitere zwei Stunden rauf nach Deaurali! Ohne Pause – wir kamen an einem wunderschönen Aussichtspunkt vorbei – ging es danach zum Endpunkt des heutigen Tages nach Ghorepani und das zum Glück endlich einmal runter!

Poonhill, der Aussichtsberg, kommt zum Vorschein! Von dem aus soll man den Sonnenaufgang über das gesamte Annapurna Gebiet haben. Ob ich am Morgen um 5 Uhr aus dem Bett komme, um eine Stunde dafür rauf zu gehen, weiß ich noch nicht :-)

Ich kam heute jedenfalls an meine persönlichen, mentalen und körperlichen Grenzen! Ich fühlte mich komplett ausgebrannt! Nach 30 Tagen trekken ist das auch irgendwie kein Wunder! Es ist etwas anderes, wenn man 7 Stunden bergauf und nur bergauf geht, oder 7 Stunden in der Ebene…

Ich dachte schon, dass ich mich einfach am Boden setze, weine und nicht mehr weitergehe! Wie ein kleines Kind! Aber das ging ja auch nicht! Dann dauert es nur noch länger ans Ziel zu kommen! So ging ich weiter und ließ mich vom Unterbewusstsein bewusst ablenken! Ich ging mit meinem Tempo weiter und setzte einen Schritt um den anderen!

Ich bin stolz auf mich diese Grenze erfahren, mit dem inneren Stress so zurecht gekommen zu sein und es schlussendlich durchgezogen zu haben!

Jedenfalls genoss ich heute ein Everest Bier, eine heiße Dusche mit Haarwäsche und eine Kleiderwäsche (für Damian, der sonst wieder mit seinem Fußdeospray all meine Sachen einsprüht ;-P)!

Ich freue mich schon auf eine ayurvedische Ganzkörpermassage (Abhyanga) in zwei Tagen in Pokhara ♡

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Tag 8: Dienstag, 15.04.2014, Ghorepani (2.790m) -> Poonhill (3.194m) -> Hille (1.485m)

Ob Take noch immer in Kimrong Khola im Pavillon sitzt? :D

Für heute war Poonhill und Sonnenaufgang ansehen angesagt. War es am Abend zuvor doch kaum vorstellbar um 5:15 Uhr aufzustehen!

Nachdem wir die ganze Route aber so geplant haben, dass wir bei Sonnenaufgang den Poonhill gehen können, dann müssen wir nun auch auf aufstehen und raufgehen (dachte ich noch während ich im Bett lag). Damian checkte zunächst, ob es einen Sternenhimmel gab (dann ist auch schönes Wetter am Berg!) – und die waren da! *Mist* dachte ich, jetzt muss ich doch tatsächlich so früh aufstehen und mit der Stirnlampe im Dunkeln raufgehen.

Ich fühlte mich als ob ein Elefant auf mir sitzen würde, vor allem nach dem harten Vortag! Doch dann dachte ich mir: wegen der extra geplanten Route und so schnell oder nie wieder würde ich da wieder herkommen, krabbelte ich aus meinem warmen Schlafsack, zog mich an und zehn Minuten später waren wir tatsächlich unterwegs!

Nach 45 Minuten erreichten wir bereits den Peak von Poonhill – wie auch gefühlte 1000 andere Touristen. Und um 5:45 Uhr begann es auch schon mit dem Sonnenaufgang! *wow* Und wir Glückspilze haben wiedermal wundervolles Wetter und können das gesamte Himalaya-Gebirge sehen – ohne Wolken, bei blauen Himmel! Unglaublich schön!!!

Und auch dieser Moment ging wieder viel zu schnell vorüber und schon gingen wir den steilen Weg, der Berg war voll mit rosa blühenden Rhododendron, wieder zurück zum Hostel und bekamen unser Frühstück! Müsli mit heißer Milch, Apfel, Banane und unseren mitgebrachten Honig!

Während wir runter wanderten kam uns Doug, der Australier (mit dem wir Tsum Valley & Manaslu machten) mit seiner Freundin Melissa entgegen! Was für ein Zufall! Die Freude war groß ihn wieder zu sehen! Wir hielten für eine Weile und tauschten unsere Erfahrungen vom ABC Trek aus. Sie starteten den Trek jedoch von der anderen Seite.

Danach ging es noch rund zwei Stunden Steinstufen um Steinstufen runter bis nach Hille! Völlig müde und glücklich genossen wir wieder einen lauen Abend auf der Terrasse mit stimmungsvollen Liedern!

Ich bin ja sowas von froh, dass wir von Phedi gestartet sind! Es war ein viel leichterer Einstieg für den ABC! Viele hörten auch Musik, so wie ich am Vortag (um mich von „der“ Situation abzulenken :-)

Heute war der letzte Abend meiner ABC-Geschichte! :-/

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Tag 9: Mittwoch, 16.04.2014, Hille (1.485m) -> Naya Pul (1.070m)

Highlight von heute? Während der Fahrt auf dem Dach eines lokalen Bus zu sitzen! :D

Wir starteten heute um kurz vor acht in Richtung Naya Pul, unserem Endpunkt und passierten den Exitpoint in Birethanti bereits um zehn Uhr. Wir sind Helden!

Nach unserem Auschecken suchten wir einen lokalen Bus. Taxi fahren war gestern und mit dem lokalen Bus erlebt man mehr – meinte Damian. Ich bin ja schließlich auch zum Erfahrungen sammeln und Geschichten schreiben hier her gekommen :-). Gesagt getan!

Der Busbegleiter fragte uns, nachdem der Bus völlig überfüllt und es darin stickig und heiß war, ob wir aufs Dach wollen (ich war skeptisch, letztens fuhr ne Ziege am Dach mit uns nach Pokhara von Besi Sahar :-o). Ich stimmte dann doch zu, da Damian es im zuvor beschriebenen Bus nicht aushielt. Und mein Leichtsinn sagte dann auch ja. So kraxelten wir aufs Dach und fuhren so eine gute Stunde am Dach sitzend nach Pokhara (ohne Ziege :-)!

Zum Glück gibt es hier weniger oder keine „Minkerl“ und sonstige Insekten!

Jedenfalls schaukelte der Bus ganz schön an manchen Stellen der kaputten Straßen, Stromleitungen und Bäume waren zum Greifen nahe und auch andere Nepalesen begleiteten uns am Dach.

Nachdem dies vermutlich ebenso verboten ist wie bei uns zu Hause, mussten wir kurz vor der Stadtgrenze runter, da es eine Polizeistelle gab, an der wir vorbei mussten.

Alleine hätte ich das nie gemacht bzw. mich nicht getraut :-).

Um 12 Uhr erreichten wir gesund den Busbahnhof in Pokhara und gingen in unser geliebtes und sehr empfehlenswertes indisches Restaurant „Almonds“ essen!

Endlich gibt es wieder mein geliebtes „plain lassi“ ♥

32 Trekkingtagen gehen somit zu Ende!

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Was für eine wundervolle Geschichte, die ich da schreiben durfte!

Ein Spruch der mir am Ende dieser Tour zufällig in die Hände fiel:

„Wege entstehen beim Gehen“ (Antonio Machado)

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2 Antworten zu “ABC: Annapurna Base Camp

  1. Da haben Schnittchen und Butterfliege ja einiges erlebt. Deine Berichte lesen sich wie ein Krimi, spannend, unterhaltsam und mitreißend! Bin schon auf die weiteren Wege gespannt, die du einschlagen wirst. Bei uns versucht der Frühling Fuß zu fassen, aber der Winter versucht sich festzukrallen. Aber es geht bergauf.

    Viel Spaß weiterhin!

    Bussi, drück dich!
    Moni

  2. Hallöchen liebe reisende ….haben schon gespannt auf deine weiteren Einträge gewartet….Damian und du geben ein hübsches Pärchen ab… Schön so einen sympathisch wirkenden Menschen an deiner Seite zu wissen…wir sind schon gespannt wie lange ihr gemeinsam eurer Wege geht…beneiden deinen Ulk…er darf bei dir sein und die vielen schönen Fleckchen auf deiner Reise miterleben….dicken schmatz und herzen dich…bis bald doris und rudi…

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